Was die Morgenroutine wirklich bringt

Sekretär mit Blick ins GrüneMorgenroutine

Ich gebe zu, dass es eine Weile gedauert hat, bis ich mich motivieren konnte, für meine Morgenroutine früher aufzustehen. Noch heute gibt es Tage, an denen mein innerer Schweinehund versucht, mich im Halbschlaf zu überreden, die Morgenroutine lieber in den noch warmen und weichen Federn zu verbringen. Und mehr als einmal kam die Frage hoch, was die Morgenroutine wirklich bringt.

Die Kurzfassung ist: „Sie bringt mir Fokus auf das Wesentliche.“

Meine persönliche Erfahrung setzt sich aus vielen Tagen mit Morgenroutine zusammen und aus noch mehr Tagen ohne Morgenroutine. Daher weiß ich, dass sie den Tag verändert und ich weiß auch schon beim ersten Flüstern von Schweine-Willi, dass ich meine Morgenroutine genießen werde, … wenn ich erst mal aus dem Bett gekommen bin.

Was macht den Unterschied?

Mit meiner Morgenroutine richte ich mich innerlich aus. Den großen Unterschied macht nicht das, was ich tue, sondern wie ich es tue. Achtsamkeit ist die Zutat, die meine Morgenroutine zu einem Geschenk macht, das ich mir selbst gebe. Jeden Morgen!

Es gibt viele Menschen, die auf ihre Morgenroutine schwören und ihren Erfolg damit begründen. Da Erfolg für jeden etwas anderes bedeutet, können Morgenroutinen tausend Facetten haben.

Meine Morgenroutine ist eine Verabredung mit mir selbst. Ich widme diese Zeit voll und ganz der Wahrnehmung meiner Innen- und Außenwelt. Das Ergebnis ist – subjektiv betrachtet – Einklang. Und von Einklang kann nicht die Rede sein, wenn ich in letzter Minute aus dem Bett steige und mich hektisch in den Tag stürze.

Wenn ich meiner Morgenroutine mal eine Weile nicht nachging – ja das ist vorgekommen – dann waren die Tage anders. Es hat eine Weile gebraucht, bis mir dieser Unterschied bewusst wurde und heute muss ich mich morgens nicht mehr überwinden. Auch wenn die Diskussionen mit dem inneren Schweinehund ab und zu noch aufkommen. Er ist schon hartnäckig. Ich aber auch!

Wie sieht meine Morgenroutine aus?

Ich starte den Tag ganz für mich alleine. Da ich Yogalehrerin bin, liegt es für mich nahe, mit Yoga zu beginnen. Yoga macht mich wach und ist achtsames Tun. Wenn es das nicht ist, ist es kein Yoga denn Yoga und Achtsamkeit gehen Hand in Hand. Mit den Körperhaltungen richte ich mich aus und auf – körperlich, mental und emotional. Wenn du dich bisher noch nicht mit Yoga beschäftigt hast, und mehr wissen willst, kannst du hier lesen, wie Yoga deine ganze Persönlichkeit zum Leuchten bringen kann.

Nach der Yogapraxis sitze ich noch eine Weile in der Stille und meditiere.

Zum Abschluss der Morgenroutine brühe ich mir einen Kaffee auf, blicke hinaus in die Welt und mache mich bereit fürs Journaling. Für alle, die etwas fürs Schreiben übrighaben, ist Journaling eine wunderbare Praxis, um sich selbst besser kennenzulernen. Schreiben schafft Klarheit, macht frei und darüber habe ich schon in anderen Blog-Posts geschrieben (z.B. hier, hier und hier).

Das klingt nach zu viel? Vielleicht… ist es aber nicht.

Im Schnitt dauert meine Morgenroutine 45 Minuten. Yoga 20 Minuten, Meditation 20 Minuten und Journaling 5 Minuten. An sehr vollen Tagen mit frühen Terminen oder sehr kurzen Nächten komme ich auch mit 15 Minuten aus. Dann praktiziere ich Yoga, Meditation und Journaling mit je 5 Minuten. Wichtig ist, dass ich die Verabredung mit mir einhalte.

Wenn ich bei meiner Morgenroutine ganz da bin, schaffe ich es leichter, diese Bewusstheit in den Tag mitzunehmen, vor allem wenn ich etwas Wichtiges vor habe. Aber auch normale Tage fühlen sich nach einer Morgenroutine großartig an.

Wenn wir ehrlich sind, geht ein großer Teil unseres Tages unbemerkt unter. Wir sind ständig im Autopilot-Modus unterwegs und merken es nicht einmal, weil wir mit den Gedanken ja woanders sind.

Wenn der Autopilot schon ab der Bettkante übernimmt

Was ist das für ein Tag, wenn er schon im Bett vom Autopiloten übernommen wird? Unser Autopilot ist eine super Sache und ich bin froh, dass ich vieles in dem Modus erledigen kann. Das spart Zeit und Energie. Aber es kostet das bewusste Erleben.

Wir nehmen oft nicht einmal unsere Erfolge richtig wahr, weil wir in Gedanken schon beim nächsten sind. Wenn wir nichts dagegen tun, verbringen wir im Schnitt die Hälfte unserer wachen Zeit im Autopilot-Modus. Mit der Morgenroutine können wir bewusst ein Zeichen setzen.

Was ist anders, wenn ich mit einer Morgenroutine beginne?

  • Wenn ich morgens meinen Körper beim Yoga spüre, bin ich präsent.
  • Wenn ich jeden Atemzug bei der Meditation wahrnehme, bin ich präsent.
  • Wenn ich beim Journaling meinen Gedanken freien Lauf lasse, bin ich präsent.

Ich gewöhne mir an, ganz präsent zu sein. Das ist nicht nur morgens hilfreich, sondern beeinflusst meine Präsenz für den restlichen Tag – bei der Arbeit, in der Kommunikation mit anderen Menschen und beim Wahrnehmen all der kleinen Wunder.

Es bringt mich zum wesentlichen zurück bzw. entfernt mich gar nicht erst zu weit davon.

Vielleicht hast du schon eine Morgenroutine, ohne sie selbst als solche wahrgenommen zu haben. Überlege mal: ‚Wie bewusst startest du deinen Tag und wie hilft dir dieser Start durch den Tag?‘ Manche Routinen tuen gut, andere weniger. Vielleicht magst du mal dem Gefühl des Tages nachzuspüren?

Ich kann dir nur wärmstens empfehlen, es auszuprobieren und deine eigenen Erfahrungen zu machen. Möglicherweise dauert es eine Weile, bis du die perfekte Kombination gefunden hast und möglicherweise ändert sich das auch nach einer Weile wieder.

Bleib einfach achtsam im Umgang mit dir und bitte auch mitfühlend, wenn es mal nicht so klappt. Du wirst feststellen, dass der Tag eine andere Qualität hat, wenn du dich darin übst, die Welt und dich selbst bewusst wahrzunehmen.

Wenn du Erfahrungen mit der Morgenroutine hast oder Fragen dazu, würde ich mich über einen Kommentar freuen.

attention.rocks

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