Was mir das Jahr wohl bringt, ist die falsche Frage zum Jahreswechsel

Kraftvolle Power-PoseAusrichtung nach den vier Himmelsrichtungen

Ein Jahreswechsel trägt Magie in sich und wirkt wie ein kleiner Neuanfang. Nicht selten wachsen aus unserem Innersten Erwartungen.

Wir wünschen uns, dass das neue Jahr besser wird als das alte. Und wenn das alte Jahr gut war, wünschen wir uns, dass es bitte so bleibt. Bei jedem Jahreswechsel muss ich an das folgende Zitat von Jay Shetty denken:

Wir sagen oft: Ich bin gespannt, was das Jahr so bringen mag… Doch statt darauf zu warten, was das Jahr bringt, könnten wir auch überlegen, was wir dem Jahr zu geben haben.

Jay Shetty (frei übersetzt)

Die Frage „Was kann ich dem Jahr bringen“ kann uns helfen, die Perspektive zu wechseln und nach dem Jahreswechsel nicht allzu lange beim „Wunsch und Vorsatz“ zu verweilen.

Warum fassen wir zum Jahreswechsel Vorsätze?

Wenn Menschen zu Silvester freiwillig einen Vorsatz fassen, ist es, weil sie den Wunsch haben, etwas anders zu machen als vorher. Ganz ohne Zwang! Es ist, als würde sich dieser Wunsch von innen nach außen drängen.

Wir wollen plötzlich mehr Sport treiben oder uns öfter etwas Gutes tun. Ich merke das in der ersten Januarwoche immer an der steigenden Anzahl an Anfragen für einen Yogakurs. Beliebte Vorsätze sind auch gesünder zu essen, keinen Alkohol mehr zu trinken und weniger Süßigkeiten zu essen.

Wer schon mal einen Vorsatz gefasst hat, weiß jedoch, wie schwierig es ist, alte Gewohnheiten zu durchbrechen und neue Rituale zu etablieren.

Ich komme jetzt nicht mit Tipps um die Ecke, wie wir unsere Neujahrsvorsätze umsetzen können, sondern gehe einen Schritt zurück. Was genau drängt uns zu dieser Idee, etwas verändern zu wollen? Und warum?

Bedürfnisse erkennen

Wenn wir von einer Sache mehr oder weniger wollen, steht immer ein Bedürfnis dahinter. Die freudige Erwartung vom „neuen Zustand“ wird uns beim Jahreswechsel sicher motivieren, doch sobald es anstrengend wird, brauchen wir Unterstützung.

Wenn wir z.B. mehr soziale Kontakte wünschen, könnte das Bedürfnis nach Geborgenheit oder Sicherheit dahinter stehen. Wer sich mehr Bewegung vorgenommen hat, wünscht sich vielleicht die Vitalität zurück, die im Alltag oft verloren geht.

Jeder Veränderungswunsch wird von einem inneren Impuls angeführt. Das muss nicht unbedingt mit Neujahr daherkommen, aber in dieser Zeit sind wir besonders empfänglich. Es ist auch die Zeit, in der das Licht wiederkommt und die Tage länger werden – schöne Aussichten.

Die Kraft des „Warum“

Wenn wir dem „Warum“ nachgehen, steigen wir tiefer in den Wunsch hinein und das führt oft zu neuen Ideen. Ideen, die uns helfen, das Bedürfnis hinter dem Wunsch zu stillen.

Anstatt nur an „Sport“ zu denken, den wir uns vorgenommen haben, und gegen den sich der innere Schweinehund spätestens ab Tag 3 mürrisch zur Wehr setzt, können wir uns fragen. „Was könnte ich heute tun, um mich „vitaler“ zu fühlen? Welche Bewegung tut mir gut. Was macht mir Spaß?“ Vielleicht wird es statt dem 10km-Lauf ein Waldspaziergang oder eine Runde Sonnengrüße oder ein ausgelassener Tanz bei laut aufgedrehter Musik?

Wenn ihr den Wunsch nach mehr Kontakt zu anderen habt, dann könnt ihr euch fragen: „Was kann ich heute tun, um mich mit anderen verbunden zu fühlen?“ Das kann ein Telefonat mit einem Freund oder einer Freundin sein, eine Yogastunde, ein Spaziergang oder sich selbst ein guter Freund / eine gute Freundin sein.

Wenn wir uns auf das Bedürfnis konzentrieren anstatt auf den Vorsatz, haben wir bessere Chancen, zum Ziel zu kommen.

Es gibt eine wunderschöne Übung, die ich zum Jahreswechsel immer in meinen Yogaunterricht einbaue. Vielleicht hast du Lust, mitzumachen? Sie ist eine Einladung, sich nach allen Seiten auszurichten und sich bereit zu machen für das Jahr, das bevorsteht.

Ausrichtung in die vier Himmelsrichtungen

Wenn du nicht genau weißt, wo Norden ist, nimm einen Kompass zur Hilfe. Die meisten Smartphones haben eine Kompass-Funktion.

Die Körperübung ist ganz einfach und wird 4-mal wiederholt. Wir beginnen damit, dass wir die Übung mit dem Blick nach Norden machen, dann richten wir uns nach Westen, Süden und Osten aus.

Jede Himmelsrichtungen steht für bestimmte Aspekte

  • Der Norden steht für Klarheit, Weisheit, Ruhe und innere Verbindung.
  • Der Westen steht für alles, was du dankbar loslassen möchtest.
  • Der Süden steht für Fülle, Talente, Potential, Mut und Tat.
  • Der Osten steht für Aufbruch, Offenheit, Wachstum und Vision.

Beginne mit dem Norden und verbinde dich mit den jeweiligen Aspekten des Nordens – spüre wie der Norden ein Gefühl von Klarheit, Weisheit, innerer Ruhe mit sich bringt.

Körperübung

  • Hebe mit der Einatmung die Arme nach oben
  • Halte sie in einer V-Form für 2-3 Atemzüge ausgestreckt
  • Bewege die Hände in Zeitlupe aufeinander zu, bis sie sich berühren
  • Halte die Position für 2-3 Atemzüge
  • Führe mit einer Ausatmung die Hände vor den Herzraum
  • Bleibe dort für 2-3 Atemzüge und verbinde dich mit deinem Atem

Gleicher Ablauf für alle Himmelsrichtungen

Drehe dich um 90 Grad nach links und verbinde dich mit den Aspekten des Westens. Stelle dich darauf ein, dass es Dinge gibt, die in deinem Leben keinen Platz mehr haben. Bereite dich darauf vor, sie mit einem Gefühl von Dankbarkeit loszulassen und Platz für etwas Neues zu machen.

Wiederhole die Körperübung nach Westen und richte dich danach nach Süden aus. Spüre die Fülle im Süden. Dazu gehört alles, was du besitzt, was du kannst und was du weißt. Und dort stecken auch das ungenutzte Potential und all deine Talente.

Wiederhole die Körperübung nach Süden und drehe dich dann nach Osten zu, um dich voller Offenheit dem Neuen zuzuwenden. Der Osten steht für den Aufbruch und die Zukunft.

Nicht nur zum Jahreswechsel

Die Übung ist auch gut geeignet, wenn du das Gefühl hast, dich zu verzetteln. Sie kann auch helfen, wenn es dir an Orientierung fehlt oder wenn du dich fragst, wo das Leben hingehen soll. Schau selbst, in welchen Fällen du Klarheit, innere Weisheit und Orientierung brauchst.

Lebe jeden Augenblick so achtsam wie möglich und entdecke die Freude, die oft in den kleinen Dingen steckt – an sonnigen und heiteren Tagen, bei Regen, Schnee und Sturm.

Mögen alle Wesen Liebe und Freude erfahren.
Mögen sie frei sein von Schmerz und Leid.
Mögen alle Lebewesen glücklich sein.

Alles Liebe,

Gabriele von attention.rocks

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